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100 Jahre SVP Belp

Gemütliches Zusammensein im Schlosshof
Bericht von Fritz Sahli

Die SVP Belp gibt es nun schon seit 100 Jahren: Zuerst als Bauern- und Bürgerpartei, dann als Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB und seit 1972 als Mitglied der Schweizerische Volkspartei. Das feierte die Partei am Samstag, 15. September und lud im Schlosshof zu einer gediegenen Feier ein. Dabei zeigte man sich nicht knauserig: Es gab für alle, die den Weg dorthin fanden, eine feine Bratwurst vom Grill und das engagierte Wirte-Team sorgte dafür, dass niemand den Festort durstig verlassen musste. Herzlichen Dank ans Team, das bestens für Speis und Trank sorgte. 

Unter den zahlreichen Gästen sah man Passanten, Persönlichkeiten anderer Parteien, aber auch Parteiprominenz:
SVP-Kantonalpräsident Nationalrat Werner Salzmann, Regierungspräsident Christoph Neuhaus und neben Mitgliedern anderer Sektionen machte z.B. auch Grossrat Thomas Fuchs aus Bern einen Besuch in Belp.


Die Parteipräsidentin, Inge Schütz, begrüsste die Anwesenden und kam auf die Gründung der Partei zu sprechen, die sich damals Bauern- und Bürgerpartei nannte. Wie aus der Belper Chronik von Wolfgang Lehmann hervor geht, trat die Partei dann hier im November 1922 erstmals als Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei auf. Ein Name, der sich, siehe oben, bis 1972 gehalten hat. Die Parteigründung war eine Folge davon, dass sich die Bauern vom Freisinn nicht mehr vertreten fühlten.

Kantonalpräsident Nationalrat Werner Salzmann (fs-Bild) gratulierte der Sektion Belp zum 100-jährigen Bestehen:
Er betonte, dass Belp zusammen mit einigen weit grösseren Gemeinden des Kantons zu den Orten gehört, wo 1918 aus der damaligen Bewegung heraus eine Sektion der Bauern- und Bürgerpartei entstand. Kurz zusammengefasst kann geschrieben werden, dass sich die damals im Kanton Bern neue Partei am 28. September 1918 konstituierte. Die Gründung war die Folge von Rudolf Mingers sogenannten Bierhübeli-Rede von 1917. Hier hatte der spätere Bundesrat (1929 - 1940) am Schluss dazu aufgerufen, eine eigenständige Bauernpartei zu gründen. Als oberste Werte wurden dabei u.a. folgende Grundsätze aufgestellt: 

Einsatz für eine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes und für eine starke Landesverteidigung.

Dazu kam, dass man dazu aufrief, die einheimische Landwirtschaft zu stärken und die landeseigene Produktion zu fördern. Effektiv Thesen, die noch heute Gültigkeit haben!

Die neue Kantonalpartei, die auch aktuell die mitgliederstärkste aller Stände ist, erlebte einen beispielhaften Aufschwung und konnte bei den erstmals nach dem Proporzverfahren durchgeführten Nationalratswahlen 1919 einen Grosserfolg verbuchen: Sie erreichte von 32 Mandaten gleich deren 16!  Auch die Berner Wahlen von 1922 verliefen erfolgreich: Die Partei, die sich 1921 mit dem Gewerbe zusammenschloss und sich nun neu BGB (Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei) nannte, erreichte von 224 beachtliche 103 Mandate!

Zurück zur SVP Belp: Das Proporz-Wahlsystem wurde in unserer Gemeinde erst 1920 eingeführt. Die Sozialdemokratische Partei (Liste 1) erreichte mit Paul Lüthy, Sattler, und Paul Maritz, Monteur, 2 Sitze. Die Bauern- und Bürgerpartei (Liste 2) kam auf 5 Sitze. Neuer Gemeindepräsident wurde Fritz Gfeller. Dazu zogen Gottfried Moser, Händler (Vizepräsident); Karl Gasser, Landwirt; Fritz Dummermuth, Landwirt; und Johann Forrer, Geometer, in den Gemeinderat ein. In der Belper Chronik ist zudem festgehalten, dass die Bauern- und Bürgerpartei an der Gemeindeversammlung vom 11. November 1922 erstmals als Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB auftrat. Diese Bezeichnung hat sich auch bei uns bis 1972 gehalten, als die Kantonalpartei beschloss, den Namen Schweizerische Volkspartei SVP zu übernehmen.

Warum schon 1923 schon wieder gewählt werden musste, ist nicht umschrieben. Bekannt ist dagegen, dass dem Gemeinderat 4 BGB-, neu 1 FDP- und 2 SP-Mitglieder angehörten. Eine Zusammensetzung, die dann grundsätzlich für viele Jahre gleich geblieben ist. 1927 schlossen sich die FDP und BGB allerdings vorübergehend zur Bürgervereinigung BV zusammen. Die BV erreichte aber auch so nicht mehr als 5 Sitze und konnte der SP nichts anhaben. Später, d.h. ab 1931 stieg die BGB dann wieder allein in den Wahlkampf und konnte die ursprünglichen 4 Sitze immer halten. - Natürlich würde es zu weit führen alle Einzelheiten der vergangenen Zeit aufzuzeigen. Ein wichtiges Detail wurde aber von Präsidentin Inge Schütz nicht übergangen: 1971 gelang es der damaligen BGB mit Bernadette Mösch erstmals eine Frau in den Gemeinderat zu wählen. Bis die andern Parteien so weit waren, sollte es noch 13 Jahre dauern. Bernadette Mösch blieb bis zum Ablauf ihrer Amtzeit Ende 1985 Vorsteherin des Schulwesens.


 
Die Belper SVP-Präsidentin, Inge Schütz, dankte Werner Salzmann für seine treffenden Ausführungen.
Für beide gab es im Belper Schlosshof grossen Applaus. Und dann wurde an den Tischen noch bis in den Nachmittag hinein weiter gefeiert und über die "Lage der Nation" diskutiert.


Als der Gemeinderat auf 1985 neu 9 Mitglieder zählte, gelang es der Belper SVP als weiterer Höhepunkt in ihrer Geschichte gleich 5 Sitze zu erringen und konnte diesen Stand während 3 Amtsperioden halten. 1995 verlor die Partei einen Sitz an die EDU. Bis 2004 als man den Gemeinderat wieder auf 7 Mitglieder zurücksetzte, verblieben der SVP immer 4 Sitze. Dann waren es nur noch 3 bis der Stimmenanteil der Partei wegen der neugegründeten BDP von fast immer um die 40 Prozent auf nur noch rund 24 zurückging.

Ab 2012 erreichte die SVP erneut 3 Sitze und kam bei den Wahlen 2016 sogar wieder auf einen Stimmenanteil von über 32 Prozent, während die BDP nun aktuell im Gemeinderat nicht mehr vertreten ist.

Weitere Impressionen vom gut besuchten, gemütlichen SVP-Fest im Schlosshof von Gemeinderat Jean-Michel With:

  
   

 
24. September 2018/fs







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